IGHA Presseerklärung
Pressemitteilung des Arbeitskreises Freiheitsplatz (der website der IGHA am 29.5.2009 entnommen)
Die Entscheidung für Hanau
Der Arbeitskreis Freiheitsplatz meldet sich - nachdem er sich nun fast alle Meinungen angehört hat – nun auch öffentlich zum Thema Freiheitsplatz zu Wort:
Seit Jahren wird eine sinnvolle Umgestaltung des Platzes gefordert und die Diskussion um den größten Platz in Hanau wurde stets konstruktiv und sachlich begleitet: Von dem Bau eines Parkhauses auf dem Platz wurde damals aus gutem Grunde abgeraten und stattdessen lieber eine Tiefgarage vorgeschlagen. Die Mängel des damaligen „zweiten Preises“ wurden aufgezeigt, insbesondere die unrealistische Vermietung im Wohnbereich auf dem Platz und der Bau einer „zweiten Stadtmauer“ abgelehnt. Mehr als 3000 Unterschriften wurden damals gesammelt: „keine Bausünden auf dem Freiheitsplatz“ und „so viel Platz wie möglich“, eine „Esplanade“ wurde gefordert, eine Tiefgarage mit Zugang an Karstadt bzw. an einen dezenten Neubau auf der Westseite. Im Vordergrund stand die Anbindung der Altstadt mit offener Sichtachse, ja sogar eine Straßenunterführung war auf der Wunschliste des 1. Vorsitzenden der IGHA, damit die Altstadt verkehrsfrei zu erreichen sei.
In der Märchenstadt Hanau werden offensichtlich alle Wünsche wahr, allerdings nur beim Entwurf von ECE (23 % Bebauung). Hier findet man die Esplanade mit viel Bäumen und eine große verbleibende Fläche, wo es noch Luft und Raum gibt und auch Sonne. Selbst HBB (32 % Bebauung) schießt weit über die massive Bebauung hinaus, die damals schon von den Hanauer Bürgern abgelehnt wurde, aber MAB (42 % Bebauung) und 3W (55 % Bebauung) sind ein Schlag ins Gesicht für jeden Bürger, der sich beim Freiheitsplatz für „so wenig Bebauung wie möglich“ eingesetzt hat.
Wir brauchen den F r e i h e i t s – P l a t z als Eventfläche und als Gestaltungselement, als Magnet für Besucher aus dem In- und Umland. Hier sind Visionen und Ideen gefragt. Aber auch Sauerstoff und Luft zum Atmen. Eine große Anzahl von neuen Bäumen – möglichst mit toller Blüte im Frühjahr, Schatten im Sommer und wunderschöner Beleuchtung zu Weihnachten. Und anders als beim Marktplatz sollten hier besonders die Elemente der Beleuchtung und des Wassers eine große Rolle spielen, beispielsweise in Form eines „Wunschbrunnens“ und „Bodenfontänen“, die u.a. von Kindern ein wenig gesteuert werden können…
Es ist teilweise erschreckend aus welchen Gründen und mit welchen Mitteln argumentiert wird. Neuerdings ist die verbleibende Platzgröße und nicht die Bebauung entscheidend: Der verbleibende Platz bei 3W sei schließlich fast genauso groß wie bei ECE (wenn man die Bäume abzieht!). Es ist sicherlich viel angenehmer auf Bäume zu blicken und zu atmen als in einer Häuserschlucht zu stecken. Bei 3W und MAB ist die Bebauung zu massiv. Die Gestaltung des Marktplatzes bei MAB ist indiskutabel und bei 3W ist u.a. der ÖPNV alles andere als komfortabel gelöst. Der Platz zum Ein- und Aussteigen ist viel zu eng, die Altstadt ist abgetrennt, durch die Bebauung entsteht eine dunkle Schlucht und die Abgase der Busse würden sich in unzumutbarer Art und Weise hier sammeln. Die Hauseingänge wären als „Pinkelecken“ vorprogrammiert. Sollte dieses Buskonzept von 3W scheitern (sei es durch eine langfristige Erweiterung von Buslinien oder weil man aus Kosten- oder Fluktuationsgründen doch wieder die Befahrung der Fahrstraße wollte), so wäre es nicht mehr änderbar.
ECE und HBB sind nach eigenen Angaben ebenso in der Lage, verkehrstechnisch die Fahrstraße in eine Fußgängerzone umzuwandeln und die Nordseite des Freiheitsplatzes vom Individualverkehr zu befreien – wenn es die Stadt Hanau möchte. Hier gibt es seitens der Investoren die Flexibilität auch in Zukunft noch zu reagieren; ein jederzeit „KANN“ statt ein ewiges „MUSS“.
Für die Neugestaltung des Platzes und aufgrund vergangener „Forderungen“ ist somit der Favorit der Freiheitsplatz-Initiative eindeutig ECE. Für die Kritiker: in Heilbronn gibt es durch die definierte Zusammenarbeit von ECE mit City-Management (in Hanau wäre das die HMG + HMV) keine Ladenleerstände und auch keine Schließungen mehr in den letzten 12 Monaten.
Sollte es aus anderen Gründen kein ECE geben, so käme mit Abstand noch HBB als Alternative in Frage, MAB und 3W wären aus unserer Sicht eine Katastrophe. Schade, dass es keine Modelle gibt, dann würde es vielleicht dem ein oder anderen ebenso ins Auge springen: Die massive Bebauung des damaligen zweiten Preises sind Peanuts im Vergleich zu den jetzigen Vorschlägen.
Fazit: Wir hoffen, es gibt die Esplanade, minimale Bebauung, viel Platz, viele Bäume, Gestaltungsmöglichkeiten auch mit Brüder-Grimm-Elementen (Brunnen etc.), Vollvermietung auch in B-Lagen durch einen Einkaufsmagnet (Schaffung von Arbeitsplätzen), ein großes Angebot, reduzierter Busbahnhof mit komfortablem Platz zum Ein- und Aussteigen, ein „KANN“ für eine busfreie Fahrstraße, ein „KANN“ für eine vom Individualverkehr befreite Nordseite mit starker, echter Anbindung der Altstadt, tolle Events, ein starker Partner (grundsätzlich 98 % Vollvermietung) für eine starke Werbegemeinschaft mit HMG und HMV und viele weitere Vorteile für die STADT HANAU, ihre Bürger und Bürgerinnen!
Birgit Bauer-Seuring
Sprecherin des IGHA-Arbeitskreises Freiheitsplatz
Architekten- und Ingenieurverein Hanau eV
Mittelstr 14
63454 Hanau
c/o Dipl-Ing Ulrich Wagner